Gesundheit

Frau dehnt sich beim Sport
30. Januar 2024

Wochenendsport gleicht Bewegungsmangel aus

Täglich Sport? Das schaffen die wenigsten. Die gute Nachricht: Durch ein intensiveres Sportprogramm am Wochenende lässt sich Bewegungsmangel an den übrigen Tagen ausgleichen. Das gilt zumindest für die positiven Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System.

  • Text : Christiane Fux
  • Lesedauer : 2 Minuten

Bewegungsmangel ist einer der Haupttreiber für verschiedene Erkrankungen. Insbesondere für die Gesundheit der Herz- und Kreislauffunktionen ist körperliche Aktivität entscheidend.

Wie viel Sport ist empfehlenswert?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät pro Woche zu mindestens 150 Minuten Sport in mittlerer Intensität oder alternativ zu 75 Minuten in hoher Intensität. Konkret lautet die Empfehlung derzeit, sich möglichst täglich zu bewegen, die Aktivität aber auf mindestens fünf Einheiten von beispielsweise 30 Minuten zu verteilen.

150 Min.

Sport

pro Woche

Der Alltag frisst sportliches Engagement

Dem entgegen stehen allerdings Alltagszwänge, die oft wenig Raum für sportliches Engagement lassen: Der berufliche Terminkalender ist bei vielen Menschen eng getaktet, es gilt den Haushalt zu stemmen, vielleicht Kinder zu versorgen und auch die Partnerschaft, Familienbeziehungen und Freundschaften zu pflegen. Für tägliche Sporteinheiten bleibt dann oft weder Zeit noch Energie. Viele verlegen ihr Sportprogramm daher auf das Wochenende.

Es ist jedoch unklar, ob konzentriertes Training die gleichen Vorteile bieten kann wie gleichmäßiger verteilte Aktivitäten

Patrick T. Ellinor vom Massachusetts General Hospital in Boston

Wie viel bringt Sport am Wochenende?

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen hat der Kardiologe untersucht, ob sich mangelnde körperliche Ertüchtigung unter der Woche durch intensiveres sportliches Engagement am Wochenende ausgleichen lässt.

Dazu stützte sich das Team auf Daten der UK-Biobank-Studie. Rund 90.000 der Teilnehmenden hatten zwischen 2013 und 2015 eine Woche lang einen Fitnesstracker getragen. Auf Basis der Messwerte teilten die Forschenden die 40 bis 69 Jahre alten Erwachsenen in drei Gruppen ein:

  • 33,7 Prozent der Teilnehmenden bewegten sich insgesamt zu wenig.

  • Auf die empfohlenen täglichen Sporteinheiten kamen immerhin 24 Prozent der Teilnehmenden.

  • Deutlich mehr, nämlich 42,2 Prozent, gehörte der Gruppe der „Wochenendkrieger“ (Weekend Warriors) an: Sie schafften an einem Tag oder zwei Tagen das empfohlene wöchentliche Sportpensum.

Wochenendkrieger profitieren gleichermaßen

Die Forschenden werteten aus, wie häufig verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen während des nachfolgenden durchschnittlichen Beobachtungszeitraums von 6 Jahren in den drei Fitnessgruppen auftraten.

  • Im Vergleich zu jenen, die wenig Sport trieben, reduzierte sich das Risiko für Vorhofflimmern bei Wochenendsportlern um 22 Prozent bzw. um 19 Prozent bei den Menschen, die täglich Sport trieben.
  • Herzinfarkte traten um 27 bzw. 36 Prozent seltener auf.
  • Das Risiko einer Herzschwäche sank sogar um 38 bzw. 36 Prozent
  • Schlaganfälle waren um 21 bzw. 17 Prozent seltener.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Steigerung der körperlichen Aktivität, selbst wenn sie sich auf einen Tag oder zwei Tage pro Woche beschränkt, die kardiovaskulären Ergebnisse verbessern kann“, so Ellinor.

Alltagsbewegung bleibt trotzdem wichtig!

Das bedeutet allerdings nicht, dass man für den Rest der Woche nur noch zwischen Bürostuhl Autositz und Couch wechseln sollte. Dass Bewegung im Alltag ebenso wichtig ist, wie den Kreislauf mit echten Trainingseinheiten in Schwung zu bringen, zeigen wiederum andere Studien.

In nachfolgenden Untersuchungen will das Team um Ellinor nun überprüfen, ob die ausgleichende Wirkung von Wochenendsport auch für andere bewegungsabhängige Krankheiten gilt. Dazu gehören unter anderem Diabetes und verschiedene Krebserkrankungen.

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