- Text : Marketing der ALH Gruppe
- Lesedauer : 3 Minuten
Warum Altersvorsorge für Selbständige besonders wichtig ist
Selbständige müssen ihre Altersvorsorge häufig eigenständig organisieren. Anders als viele Arbeitnehmer zahlen sie nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein und tragen selbst die Verantwortung für ihren Vermögensaufbau im Alter. Mit dem Altersvorsorgedepot ergibt sich ab 2027 eine wichtige Neuerung: Erstmals profitieren auch viele Selbstständige von einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein neues, staatlich gefördertes Modell zur privaten Altersvorsorge, das im Januar 2027 eingeführt wird. Das eingezahlte Kapital kann dabei in kapitalmarktorientierte Anlagen wie Fonds oder ETFs investiert werden. Zusätzlich gibt es staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile.
Zu den Förderungen gehören:
• Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr
• Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr
• Berufseinsteigerbonus von 200 Euro für unter 25-Jährige
• steuerliche Vorteile durch Sonderausgabenabzug und nachgelagerte Besteuerung
Warum ist das Altersvorsorgedepot für Selbständige besonders interessant?
Die wohl größte Neuerung der Reform: Der Kreis der Förderberechtigten ist erweitert werden. Während die Riester-Förderung für viele Selbstständige bislang nicht zugänglich war, profitieren künftig auch Selbständige, Freiberufler und Gewerbetreibende vom neuen Fördersystem.
Das bedeutet konkret:
-
Zugang zu staatlichen Zulagen
-
kapitalmarktorientierter Vermögensaufbau
-
zusätzliche Vorsorgemöglichkeit neben bestehenden Lösungen
-
breitere Förderung als bisher
Das Altersvorsorgedepot ermöglicht Selbständigen erstmals den Zugang zu einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge mit Kapitalmarktbezug.
Wer zählt als Selbständiger im Sinne der Förderung?
-
Gewerbetreibende (Steuerpflichtige nach § 15 Einkommensteuergesetz (EStG))
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Selbständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler (Steuerpflichtige nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG)
-
dies gilt auch für Gewerbetreibende, Selbständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler, die Beiträge an eine berufsständische Versorgungseinrichtung leisten
Für wen könnte sich das Altersvorsorgedepot besonders lohnen?
-
Selbständige mit Kindern
- Kinderzulagen können die Förderung erhöhen
-
Selbständige ohne gesetzliche Rentenansprüche
- Zusätzlicher Baustein für die Altersvorsorge.
Welche Möglichkeiten zur Altersvorsorge haben Selbständige bereits heute?
Bereits heute stehen Selbständigen verschiedene Möglichkeiten zur Altersvorsorge offen:
Freiwillige gesetzliche Rentenversicherung
Unter bestimmten Voraussetzungen können Selbständige freiwillig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und dadurch Rentenansprüche erwerben. Eingezahlte Beiträge können nicht wieder zurückgefordert werden.
Basisrente (Rürup-Rente)
Die Basisrente ist heute die bekannteste staatlich geförderte Altersvorsorge für Selbständige. Die Förderung erfolgt über steuerliche Vorteile. Beiträge können innerhalb der gesetzlichen Höchstgrenzen als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Insgesamt können Sie im Jahr 2026 bis zu 30.826 € Beiträge als Single und bis zu 61.652 € Beiträge als Ehepaar steuerlich geltend machen. Von den Beiträgen werden Zahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung abgezogen. Durch die hohe staatliche Förderung ist die Basisrente vor allem bei höheren Einkommen interessant. Die Rentenleistungen sind erst ab 2058 zu 100 % zu versteuern. Bis dahin gibt es eine Übergangsphase. So muss bei einem Rentenbeginn im Jahre 2040 nur 91 % der Rente versteuert werden.
Private Rentenversicherung
Private Rentenversicherungen ermöglichen eine flexible Vorsorge mit unterschiedlichen Anlage- und Garantievarianten.
ETF- und Fonds-Sparpläne
Viele Selbständige setzen auf den langfristigen Vermögensaufbau über ETFs und Investmentfonds. Diese bieten hohe Flexibilität, jedoch keine staatliche Förderung sowie keine lebenslange Rentenabsicherung.
Altersvorsorgedepot oder Basisrente: Was ist der Unterschied?
Für viele Selbständige wird genau diese Frage besonders wichtig sein. Die Basisrente bietet vor allem steuerliche Vorteile. Das Altersvorsorgedepot setzt dagegen stärker auf Zulagenförderung sowie auf einen Steuervorteil durch die Sonderausgabenförderung. Dieser Steuervorteil fällt aber grundsätzlich geringer als bei der Basisrente aus.
| Merkmal | Altersvorsorgedepot | Basisrente |
| Förderhöchstgrenze | 1.800 Euro p.a. | 30.826 Euro p.a. (aktuell für Singles) |
| Staatliche Zulagen | Ja | Nein |
| Kinderzulagen | Ja | Nein |
| Berufseinsteigerbonus | Ja | Nein |
| Steuerlicher Vorteil | Ja | Ja |
| Kapitalmarktanlage | Ja | Ja |
| Auszahlung | Lebenslange Rente oder Auszahlplan | Lebenslange Rente |
Checkliste: Was Sie jetzt tun können
-
Überblick verschaffen: Sie müssen nichts sofort ändern. Informieren Sie sich in Ruhe über die Änderungen.
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Bestehende Vorsorge und Verträge prüfen: Prüfen Sie, welche privaten Vorsorgelösungen Sie bereits haben.
-
Förderpotenzial einschätzen: Besonders Selbstständige sollten ihre Möglichkeiten prüfen.
-
Beratung nutzen: Eine persönliche Beratung hilft, Chancen, Risiken und passende Produktvarianten einzuordnen.
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