- Text : Marketing der ALH Gruppe
- Lesedauer : 8 Minuten
Doch welche Vorsorgelösung passt zu Ihrer Situation? Lohnt sich das neue Altersvorsorgedepot mehr als ein privater ETF-Sparplan? Und sollten Sie einen bestehenden Riester-Vertrag behalten oder über einen Wechsel nachdenken? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem Ihr Anlagehorizont, Ihre Risikobereitschaft und Ihre persönlichen Vorsorgeziele.
Drei Möglichkeiten für den Vermögensaufbau im Alter
Für die private Altersvorsorge stehen heute verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Sie unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich staatlicher Förderung, Renditechancen und Flexibilität. Die drei wichtigsten Varianten stellen wir im Folgenden kurz vor.
Das Altersvorsorgedepot
Das Altersvorsorgedepot ist Teil der Altersvorsorgereform ab 2027 und bildet künftig den neuen staatlich geförderten Rahmen für kapitalmarktorientierte private Altersvorsorge. Bestehende Riester-Verträge bleiben davon unberührt. Es verbindet staatliche Förderung mit einer kapitalmarktorientierten Geldanlage und bietet dadurch höhere Renditechancen als klassische Garantieprodukte. Während der Ansparphase bleiben Kapitalerträge steuerfrei, versteuert wird das angesparte Vermögen erst in der Auszahlungsphase.
Sie möchten mehr über die Funktionsweise, die staatliche Förderung und die Auszahlungsoptionen erfahren? Lesen Sie unseren ausführlichen Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.
Die Riester-Rente
Die Riester-Rente war viele Jahre das wichtigste staatlich geförderte Vorsorgeprodukt in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen garantierte Beiträge und eine lebenslange Rente. Bestehende Riester-Verträge genießen auch nach Einführung des Altersvorsorgedepots Bestandsschutz und können weiterhin zu den bisherigen Bedingungen fortgeführt werden.
Der private ETF-Sparplan
Ein privater ETF-Sparplan bietet maximale Flexibilität. Anleger entscheiden selbst über Höhe und Zeitpunkt ihrer Einzahlungen und können jederzeit auf ihr Vermögen zugreifen. Allerdings verzichten sie auf staatliche Zulagen und die steuerlichen Vorteile, die das Altersvorsorgedepot und die Riester-Rente bieten.
Altersvorsorgedepot, Riester-Rente und ETF-Sparplan im direkten Vergleich
Alle drei Vorsorgelösungen können das Ziel verfolgen, Vermögen für den Ruhestand aufzubauen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Merkmale auf einen Blick.
| Kriterium | Altersvorsorgedepot (bis Beiträge von 1.800 p.a.; Vertragsabschluss ab 01.01.2027) | Riester-Rente (Vertragsabschluss bis 31.12.2026) | Privater ETF-Sparplan |
| Staatliche Förderung | Ja | Ja | Nein |
| Steuerliche Vorteile | Ja | Ja | Nein |
| Besteuerung | Nachgelagert | Nachgelagert | Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge |
| Kapitalmarktanlage | Ja | Eingeschränkt | Ja |
| ETFs und andere Fonds | Umfangreiche Auswahl je nach Produkt | Eingeschränkt | Freie Auswahl |
| Beitragsgarantie | Keine (Ausnahme: Garantieprodukt 80 %) | 100 % | Keine |
| Renditechancen | Je nach Produkt gering bis hoch | Eher gering bis mittel | Hoch |
| Flexibilität während der Ansparphase | Eingeschränkt | Eingeschränkt | Sehr hoch |
| Zugriff auf das Kapital | Grundsätzlich bis zur Auszahlungsphase gebunden; gesetzlich vorgesehene Ausnahmen sind möglich | Erst im Ruhestand, davor steuerschädlich | Jederzeit möglich |
| Auszahlung | Bis zu 30 % Einmalzahlung zu Beginn der Auszahlungsphase (über 30 % steuerschädlich möglich), anschließend Auszahlungsplan oder bei Abschluss bei einer Versicherung: lebenslange Rente | Bis zu 30 % Einmalzahlung zu Beginn der Auszahlungsphase (über 30 % steuerschädlich möglich), anschließend lebenslange Rente | Frei verfügbar |
| Ziel | Staatlich geförderte Altersvorsorge | Staatlich geförderte Altersvorsorge | Freier Vermögensaufbau |
Nichts mehr zum Altersvorsorgedepot verpassen!
Regelmäßig Infos zur Altersvorsorgereform, zu staatlichen Fördermöglichkeiten und zu unseren geplanten Produkten.
Newsletter abonnierenAltersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan – wo liegen die Unterschiede?
Auf den ersten Blick haben das Altersvorsorgedepot und ein privater ETF-Sparplan manches gemeinsam: Beide ermöglichen den langfristigen Vermögensaufbau am Kapitalmarkt und setzen auf Anlageformen wie ETFs oder Fonds. Dennoch verfolgen sie unterschiedliche Ziele und eignen sich daher für unterschiedliche Bedürfnisse. Der größte Unterschied liegt in der staatlichen Förderung und der Flexibilität.
Altersvorsorgedepot: Förderung gegen eingeschränkte Verfügbarkeit
Das Altersvorsorgedepot unterstützt den langfristigen Vermögensaufbau durch staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile. Kunden können aus einem großen Angebot an ETFs wählen. Kapitalerträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei und werden erst bei der Auszahlung im Ruhestand versteuert. Im Gegenzug ist das angesparte Vermögen grundsätzlich bis zum Rentenbeginn gebunden. Wer das Geld beispielsweise für eine größere Anschaffung nutzen möchte, kann nicht frei darauf zugreifen. Das Altersvorsorgedepot eignet sich daher besonders für Menschen, die gezielt für den Ruhestand vorsorgen und dabei möglichst umfassend von der staatlichen Förderung profitieren möchten.
Privater ETF-Sparplan: Maximale Flexibilität
Ein privater ETF-Sparplan funktioniert deutlich freier. Anlegern steht eine große Auswahl an ETFs zur Verfügung. Sie können ihre Sparrate flexibel anpassen und kurzfristig entscheiden, wann sie Geld entnehmen möchten. Das Vermögen steht jederzeit zur Verfügung und kann ohne Zweckbindung verwendet werden. Allerdings gibt es keine staatlichen Zulagen oder steuerlichen Förderungen. Kapitalerträge unterliegen grundsätzlich der Abgeltungsteuer, soweit sie nicht durch den Sparer-Pauschbetrag oder andere steuerliche Regelungen begünstigt sind. Das bedeutet konkret, dass bei jedem Fondswechsel auf die erzielten Kapitalerträge Abgeltungsteuer anfallen kann. Die Steuer fließt direkt ans Finanzamt und schmälert deshalb das Ergebnis. Darüber hinaus gibt es keine Möglichkeit der lebenslangen Verrentung. Ein ETF-Sparplan eignet sich besonders für Personen, die flexibel Vermögen aufbauen möchten und jederzeit über ihr Geld verfügen wollen.
Kann ein Altersvorsorgedepot den ETF-Sparplan ersetzen?
Nicht unbedingt. Beide Lösungen verfolgen unterschiedliche Ziele und können sich sinnvoll ergänzen. Das Altersvorsorgedepot eignet sich vor allem als geförderter Vorsorgebaustein, um langfristig Vermögen für den Ruhestand aufzubauen. Ein privater ETF-Sparplan bietet dagegen die notwendige Flexibilität, um finanzielle Ziele vor dem Renteneintritt zu erreichen oder kurzfristig auf das angesparte Kapital zugreifen zu können. Für viele Sparer kann daher eine Kombination aus beiden Lösungen sinnvoll sein: Das Altersvorsorgedepot für die staatlich geförderte Altersvorsorge und ein privater ETF-Sparplan für den flexiblen Vermögensaufbau.
Altersvorsorgedepot oder Riester-Rente – was hat sich geändert?
Mit der Einführung des Altersvorsorgedepots ab 2027 wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge grundlegend reformiert. Während die Riester-Rente viele Jahre das zentrale Fördermodell war, wird das Altersvorsorgedepot künftig stärker auf Kapitalmarktanlagen und langfristige Renditechancen setzen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Riester-Rente verschwindet. Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz und können weiterhin zu den bisherigen Bedingungen fortgeführt werden. Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, muss also nichts unternehmen.
Der größte Unterschied zwischen beiden Modellen liegt in der Ausrichtung: Während die Riester-Rente vor allem auf Sicherheit und Beitragsgarantien setzt, ermöglicht das Altersvorsorgedepot eine stärkere Beteiligung an den Chancen des Kapitalmarktes. Dadurch steigen langfristig die Renditechancen.
Ein neues Fördersystem
Auch die staatliche Förderung wird mit der Altersvorsorgereform neu geregelt. Bei der Riester-Rente hängt die Förderung unter anderem davon ab, dass ein bestimmter Mindesteigenbeitrag – orientiert am Vorjahreseinkommen – geleistet wird. Das Altersvorsorgedepot verfolgt dagegen einen einfacheren Ansatz: Die Höhe der staatlichen Grundzulage richtet sich unmittelbar nach den eigenen Einzahlungen. Zusätzlich können Kinderzulagen und der Berufseinsteigerbonus gewährt werden. Dadurch wird die Förderung für viele Sparer transparenter und leichter nachvollziehbar.
Riester behalten oder wechseln?
Mit der Einführung des Altersvorsorgedepots stellen sich viele Riester-Sparer die Frage, ob sie ihren bestehenden Vertrag weiterführen oder in das neue Fördersystem wechseln sollten. Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Welche Lösung besser geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihrem Einkommen, Ihrer familiären Situation sowie Ihrer persönlichen Anlagestrategie ab.
Wichtig ist zunächst: Niemand muss seinen Riester-Vertrag kündigen oder wechseln. Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz und können auch nach Einführung des Altersvorsorgedepots zu den bisherigen Bedingungen weitergeführt werden.
Ab 2027 stehen Riester-Sparern grundsätzlich drei Möglichkeiten offen.
Riester-Vertrag unverändert weiterführen
Wer mit seinem bestehenden Vertrag zufrieden ist, kann diesen wie bisher fortführen. Die bisherigen Förderregelungen bleiben bestehen und bereits aufgebaute Garantien bleiben erhalten.
Diese Variante kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:
- Sie nur noch wenige Jahre bis zum Renteneintritt haben.
- Ihnen Garantien und Planungssicherheit besonders wichtig sind.
- Sie von hohen Kinderzulagen profitieren.
- Ihr Vertrag attraktive Konditionen oder Garantiezinsen bietet.
Gerade für rentennahe Sparer überwiegt häufig die Sicherheit eines bestehenden Vertrags gegenüber den zusätzlichen Renditechancen einer kapitalmarktorientierten Anlage.
In die neue Fördersystematik wechseln
Die Altersvorsorgereform sieht außerdem vor, dass Riester-Sparer in die neue Förderlogik wechseln können. Dabei bleibt der bestehende Vertrag grundsätzlich erhalten; für ihn gilt künftig die neue Förderregelung nach dem Einkommensteuergesetz. Die Vertragsart und die einzelvertraglichen Regelungen bleiben grundsätzlich unverändert.
Ein neues Altersvorsorgedepot abschließen
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, künftig in ein Altersvorsorgedepot einzuzahlen. Auf Wunsch kann der bestehende Riester-Vertrag beitragsfrei gestellt oder vorhandenes Guthaben in das neue Fördersystem übertragen werden.
Diese Variante kann insbesondere interessant sein, wenn:
- Sie noch viele Jahre bis zum Ruhestand haben.
- Sie stärker auf ETFs und Fonds setzen möchten.
- Höhere Renditechancen für Sie wichtiger sind als eine vollständige Beitragsgarantie.
- Sie von der neuen staatlichen Förderung profitieren möchten.
Gerade jüngere Sparer können einen langen Anlagehorizont nutzen, um zwischenzeitliche Kursschwankungen am Kapitalmarkt besser auszugleichen.
Checkliste: Das sollten Sie vor einem Wechsel prüfen
Bevor Sie sich für oder gegen einen Wechsel entscheiden, sollten Sie insbesondere folgende Punkte miteinander vergleichen:
-
bisher erhaltene staatliche Zulagen
-
vorhandene Beitragsgarantien
-
Produkt- und Verwaltungskosten
-
steuerliche Auswirkungen
-
verbleibende Laufzeit bis zum Ruhestand
-
persönliche Risikobereitschaft
Wer diese Punkte sorgfältig prüft, kann besser einschätzen, ob der bestehende Riester-Vertrag weiterhin die passende Lösung ist oder ob das Altersvorsorgedepot künftig besser zu den eigenen Vorsorgezielen passt.
Für wen eignet sich welche Vorsorgelösung?
Ob Altersvorsorgedepot, Riester-Rente oder privater ETF-Sparplan – die passende Lösung hängt vor allem von Ihren persönlichen Zielen und Ihrer finanziellen Situation ab.
Die folgende Übersicht gibt eine erste Orientierung:
| Lebenssituation | Tendenziell geeignete Lösung | Wieso? |
| Berufseinsteiger und junge Erwachsene | Altersvorsorgedepot | Langer Anlagehorizont, Berufseinsteigerbonus und hohe Renditechancen durch Kapitalmarktanlagen |
| Selbständige und Freiberufler | Altersvorsorgedepot | Ab 2027 können mehr Selbstständige und Freiberufler staatlich gefördert vorsorgen |
| Familien mit Kindern | Altersvorsorgedepot oder Riester-Rente | Sowohl Riester als auch Altersvorsorgedepot können durch Kinderzulagen attraktiv sein. Welche Lösung besser passt, hängt von der persönlichen Situation ab |
| Sicherheitsorientierte Anleger | Bestehende Riester-Rente | Beitragsgarantien und planbare Leistungen stehen im Vordergrund |
| Anleger mit Wunsch nach einem kurzfristigen flexiblen Vermögensaufbau | Privater ETF-Sparplan | Jederzeitiger Zugriff auf das Vermögen und freie Wahl der Geldanlage |
| Rentennahe Sparer | Bestehende Riester-Rente behalten | Bereits aufgebaute Garantien und die kurze Restlaufzeit sprechen oft gegen einen Wechsel |
Diese Beispiele dienen lediglich der Orientierung. Die tatsächliche Vorteilhaftigkeit hängt unter anderem von der verbleibenden Laufzeit, den Vertragskosten, den Garantien, den bereits erhaltenen Zulagen und den persönlichen Anlagezielen ab.
Auch interessant
Darum lohnt sich Bausparen auch 2026
Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist für viele Menschen nicht kleiner geworden – der Weg dorthin allerdings anspruchsvoller. Steigende...
WeiterlesenKinderunfallversicherung: Warum Eltern auf zusätzlichen Schutz setzen sollten
Der gesetzliche Unfallschutz deckt nur einen kleinen Teil des Alltags von Kindern ab. Versichert sind sie in der Kita, im Kindergarten, in der Schule...
WeiterlesenAltersvorsorge für Selbständige: Welche Chancen bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027?
Welche Altersvorsorge ist für Selbstständige sinnvoll? Das Altersvorsorgedepot eröffnet ab 2027 neue Möglichkeiten der staatlichen Förderung....
Weiterlesen