- Text : Marketing der ALH Gruppe
- Lesedauer : 4 Minuten
Sind Kinder automatisch unfallversichert?
Viele Eltern gehen davon aus, dass ihr Kind bei einem Unfall automatisch abgesichert ist. Tatsächlich besteht jedoch nur ein begrenzter gesetzlicher Unfallschutz.
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Kinder in der Regel:
-
in der Kita, Krippe oder im Kindergarten
-
in der Schule oder Hochschule
-
bei offiziellen Schulveranstaltungen
-
auf dem direkten Hin- und Rückweg
Die größte Unfallschutzlücke: die Freizeit
Kinder entdecken ihre Welt jeden Tag neu. Sie klettern auf Bäume, fahren Fahrrad, springen Trampolin, spielen Fußball oder besuchen Freunde.
Die meisten Unfälle passieren nicht in der Schule oder im Kindergarten, sondern in der Freizeit. Studien zeigen, dass rund 80 Prozent aller Unfälle außerhalb des gesetzlichen Versicherungsschutzes passieren.
Das bedeutet:
-
Kein gesetzlicher Schutz auf dem Spielplatz
-
Kein gesetzlicher Schutz beim Fahrradfahren mit Freunden
-
Kein gesetzlicher Schutz beim Toben im Garten
-
Kein gesetzlicher Schutz im Urlaub
Gerade dort, wo Kinder ihre Freizeit verbringen, greift die gesetzliche Unfallversicherung also nicht.
Wie groß ist die Versorgungslücke Ihres Kindes?
Jetzt persönliche Unfallschutzlücke berechnen
Unfallschutzlücke meines Kindes berechnenGut zu wissen:
Wenn Ihr Kind im Verein Sport treibt, besteht in vielen Fällen zwar eine zusätzliche Absicherung. Vereinsversicherungen sind jedoch in erster Linie dafür gedacht, den Verein selbst abzusichern. Für Mitglieder bedeutet das meist nur einen grundlegenden Schutz.
Typische Einschränkungen sind:
• oft niedrige Versicherungssummen
• Versicherungsschutz nur im Training, Wettkampf und auf dem direkten Weg
Das bedeutet konkret: Spielt Ihr Kind außerhalb des Trainings – etwa spontan mit Freunden im Park – greift die Vereinsversicherung in der Regel nicht.
Warum Kinder ein besonders hohes Unfallrisiko haben
Kinder können Gefahren noch nicht so gut einschätzen wie Erwachsene.
-
Bis etwa zum fünften Lebensjahr haben Kinder eine deutlich längere Reaktionszeit.
-
Erst ab etwa sieben Jahren können sie Geräusche von hinten oder von der Seite richtig einordnen.
-
Entfernungen und Geschwindigkeiten werden häufig erst ab etwa neun Jahren zuverlässig eingeschätzt.
-
Jugendliche testen Grenzen aus und suchen neue Herausforderungen – beispielsweise beim Fahrradfahren, Skaten, Snowboarden oder anderen Sportarten.
Neugier, Bewegungsdrang und fehlende Erfahrung führen dazu, dass Kinder häufiger von Unfällen betroffen sind.
Ist für Babys eine private Unfallversicherung sinnvoll?
Besonders bei Babys und Kleinkindern ist das Unfallrisiko hoch. Sie können Gefahren noch nicht richtig einschätzen, reagieren anders als Erwachsene und erkunden ihre Umwelt mit großer Neugier. Gleichzeitig besteht für Kinder, die noch keine Kita oder Betreuungseinrichtung besuchen, kein gesetzlicher Unfallschutz. Eine private Unfallversicherung kann diese Absicherungslücke schließen.
Gut zu wissen:
Ist ein Elternteil in den Tarifen classic oder comfort der Alte Leipziger versichert, können Neugeborene und Adoptivkinder im Rahmen der Familienvorsorge für bis zu 12 Monate beitragsfrei mitversichert werden.
Warum reicht die gesetzliche Unfallversicherung nicht aus?
Selbst wenn ein Unfall unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, sind die Leistungen begrenzt. Zwar werden medizinische Behandlungen und Reha-Maßnahmen übernommen. Bei dauerhaften Folgen orientieren sich mögliche Rentenzahlungen jedoch an gesetzlichen Vorgaben und nicht am tatsächlichen finanziellen Bedarf des Kindes.
Für Eltern können darüber hinaus weitere Kosten entstehen:
-
Umbauten im Haus
-
Nachhilfeunterricht nach längerer Schulunfähigkeit
-
Begleitung im Krankenhaus
-
Pflege- und Betreuungsleistungen
Eine private Unfallversicherung kann helfen, diese finanziellen Belastungen aufzufangen.
Welche Leistungen bietet eine private Unfallversicherung für Kinder?
Eine private Unfallversicherung leistet bei dauerhafter Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit – unabhängig davon, wo und wann der Unfall passiert – weltweit und rund um die Uhr.
Nach einem Unfall können verschiedene Leistungen greifen:
-
Einmalige Kapitalzahlung bei dauerhafter Invalidität
-
Monatliche Unfallrente ab einem Invaliditätsgrad über 50 %
Die Alte Leipziger bietet Leistungen, die über die reine Invaliditätszahlung hinausgehen.
-
Krankenhaustagegeld und Genesungsgeld: Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt erhalten Familien finanzielle Unterstützung.
-
Rooming-in-Leistung: Muss ein Kind nach einem Unfall im Krankenhaus bleiben, können Eltern als Begleitperson mit aufgenommen werden. Im comfort-Tarif der Alte Leipziger beträgt die Rooming-in-Leistung 75 Euro pro Übernachtung. Im classic-Tarif werden 40 Euro pro Übernachtung für bis zu 20 Übernachtungen gezahlt.
-
Nachhilfegeld: Kann ein Kind wegen eines Unfalls längere Zeit nicht am Unterricht teilnehmen, werden Kosten für Nachhilfe übernommen. Im comfort-Tarif der Alte Leipziger beträgt die Leistung 40 Euro pro ausgefallenen Schultag. Im classic-Tarif werden 30 Euro pro ausgefallenen Schultag für bis zu 100 Tage gezahlt.
-
Kostenerstattung für Zahnspangen: Beschädigt ein Unfall die Zahnspange eines versicherten Kindes, werden Reparaturkosten im Tarif comfort bis zu 1.000 Euro übernommen.
-
Übernahme von Reparaturkosten: Werden bei einem Unfall Sportgeräte wie beispielsweise ein Fahrrad beschädigt, können die Reparaturkosten übernommen werden.
-
Zusätzliche Leistungen für Familien:
- Mehrleistungen bei Fahrradunfällen mit Helm
- zusätzliche Leistungen bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
- Vollwaisenrente
Praxisbeispiel: Unfall auf dem Kindergeburtstag
Ein Mädchen klettert während ihrer Geburtstagfeier auf einen Baum und stürzt aus ca. 2m Höhe hinunter. Die Feier muss abgebrochen werden. Wegen einer Gehirnerschütterung muss das Mädchen ein Tag stationär behandelt werden. Die Mutter wird als Begleitperson aufgenommen. Da sich der Unfall in der Freizeit ereignet hat, besteht kein Schutz über die gesetzliche Unfallversicherung. Je nach Tarif einer privaten Unfallversicherung können dagegen Leistungen wie Rooming-in, Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld oder eine Haushaltshilfe für die Betreuung von Geschwisterkindern greifen.
Fazit: Kinder brauchen Schutz – nicht nur in der Schule
Kinder verbringen den größten Teil ihres Lebens außerhalb von Kindergarten und Schule. Genau dort passieren die meisten Unfälle. Eine private Unfallversicherung schließt die Lücken des gesetzlichen Schutzes und sorgt dafür, dass finanzielle Folgen eines Unfalls nicht zur zusätzlichen Belastung für die Familie werden.
Auch interessant
Altersvorsorge für Selbständige: Welche Chancen bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027?
Welche Altersvorsorge ist für Selbstständige sinnvoll? Das Altersvorsorgedepot eröffnet ab 2027 neue Möglichkeiten der staatlichen Förderung....
WeiterlesenBrauchen Studierende und Auszubildende schon eine BU?
Viele verbinden eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit dem Einstieg ins Berufsleben. Schließlich gibt es erst mit dem ersten festen Gehalt...
WeiterlesenWelche Krankenversicherung im Studium?
Spätestens mit der Immatrikulation stellt sich für viele Studierende eine wichtige Frage: Welche Krankenversicherung ist während des Studiums die...
Weiterlesen