- Text : Marketing der ALH Gruppe
- Lesedauer : 6 Minuten
Welche Fahrzeuge gelten als Wohnmobile und Wohnwagen?
Als Wohnmobile gelten Fahrzeuge, die dauerhaft zum Wohnen und Übernachten ausgestattet sind. Entscheidend ist vor allem der feste Innenausbau – typischerweise mit Schlafplätzen, Sitz- oder Essbereich und Stauraum, oft ergänzt durch Küche oder Sanitärmodule. Dazu zählen klassische Reisemobile ebenso wie Campervans und ausgebaute Kastenwagen. Auch Bullis oder Vans gelten als Wohnmobil, wenn sie entsprechend umgebaut und offiziell als Wohnmobil zugelassen sind. Unter Wohnwagen werden nicht motorisierter Anhänger mit Wohnraum, Schlafplätzen, Küche und oft einem Bad verstanden.
Welche Versicherung ist für Wohnwagen und Wohnmobile Pflicht?
Für Wohnwagen und Wohnmobile ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung gemäß § 1 Pflichtversicherungsgesetz gesetzlich vorgeschrieben. Sie benötigen mindestens eine Kfz-Haftpflicht, um mit Ihrem Campingfahrzeug am Straßenverkehr teilzunehmen. Sie greift, wenn durch Ihr Fahrzeug Dritte geschädigt werden – sei es ein anderes Auto, fremdes Eigentum oder Personen – und schützt Sie vor finanziellen Forderungen. Die Zulassung vom Wohnmobil kann erst mit einer abgeschlossenen Versicherung erteilt werden.
Praxisbeispiel:
Beim Rangieren auf einem Campingplatz streifen Sie ein parkendes Fahrzeug. Die Reparaturkosten am parkenden Fahrzeug übernimmt Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung.
Welche optionalen Versicherungen gibt es für Wohnwagen und Wohnmobile?
Optional können Sie Ihr Fahrzeug mit einer Teilkasko oder Vollkasko zusätzlich gegen Risiken wie Diebstahl, Unwetter oder selbstverschuldete Unfälle absichern.
Wann zahlt die Teilkaskoversicherung?
Die Teilkasko zahlt bei Schäden durch äußere Einflüsse:
- Diebstahl des Fahrzeugs
- Schäden durch Einbruchdiebstahl oder den Versuch dazu
- Glasbruch
- Sturm- und Hagelschäden
- Überschwemmung oder andere Naturereignisse
- Zusammenstößen mit Tieren
- Brand, Explosion oder Kurzschluss
- Elementarschäden, zum Beispiel Überschwemmung auf dem Campingplatz
Gerade beim Camping ist das Risiko für solche Schäden erhöht – etwa durch Wetter oder Tiere.
Praxisbeispiel: Nach einigen Tagen auf dem Stellplatz springt Ihr Fahrzeug nicht mehr an. Ursache ist ein Marderbiss an der Verkabelung. Die Teilkasko übernimmt die Reparatur.
Wann ist eine Vollkaskoversicherung sinnvoll?
Eine Vollkasko lohnt sich vor allem bei neuen oder hochwertigen Fahrzeugen. Sie deckt zusätzlich selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus ab.
Praxisbeispiel: Sie bremsen zu spät und fahren auf ein anderes Fahrzeug auf. Während die Kfz-Haftpflicht den Schaden des Unfallgegners übernimmt, zahlt die Vollkasko für Ihr eigenes Fahrzeug.
Was ist versichert?
Zum Versicherungsschutz gehören in der Regel:
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der Wohnwagen oder das Wohnmobil selbst
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fest verbaute Bestandteile wie
- Markisen
- Antennen
- Solaranlagen
- Innenausstattung
Wichtig: Umbauten und Sonderausstattung sollten immer gemeldet werden.
Schon gewusst:
Sind Sie mit Ihrem Wohnmobil im Ausland unterwegs und verursachen einen Unfall, sind Sie genauso abgesichert, als wäre der Unfall in Deutschland passiert.
Was kostet eine Wohnwagen- oder Wohnmobilversicherung?
Die Kosten hängen unter anderem vom Fahrzeugwert, Alter, Nutzung und Tarif ab.
Beispiel:
Die zugrunde liegenden Prämissen für diese Beitragsberechnung sind:
- Fahrzeugtyp und Wert: Wohnmobil mit einem Neuwert von 55.000 Euro
- Leistung und Gewicht: 118 kW bei einem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen
- Erstzulassung: Mai 2023
- Nutzung: Jährliche Fahrleistung von 9.000 Kilometern
- Schadenfreiheitsklasse: SF 15 in Kfz-Haftpflicht und Vollkasko
- Kfz-Haftpflichtdeckung: 100 Mio. Euro pauschal, 15 Mio. Euro je geschädigte Person
- Kaskoschutz: Vollkasko mit 500 Euro Selbstbeteiligung, Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung
- Fahrerkreis: Mehrere Fahrer, Altersspanne zwischen 23 und 60 Jahren
Die jährliche Gesamtprämie für die Versicherung des Wohnmobils beträgt in diesem Beispiel 863,23 Euro.
Wie kann man bei der Wohnwagenversicherung sparen?
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Saisonkennzeichen: Nutzen Sie Ihr Fahrzeug nur von April bis Oktober, zahlen Sie auch nur für diesen Zeitraum Versicherung und Steuern
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Selbstbeteiligung: Eine höhere Selbstbeteiligung senkt spürbar die Versicherungsprämie in der Kaskoversicherung. Im Schadenfall übernehmen Sie zwar einen Teil der Kosten selbst, dafür zahlen Sie laufend weniger Beitrag.
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Werkstattbindung: Wer sich verpflichtet, Reparaturen nach einem Unfall ausschließlich in Partnerwerkstätten des Versicherers durchführen zu lassen, erhält häufig einen Preisnachlass. Die Kostenersparnis durch vereinfachte Abläufe dank Werkstattbindung gibt der Versicherer direkt an Sie weiter.
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papierloser Vertrag: Viele Versicherer gewähren einen Rabatt, wenn Kunden ihre Unterlagen nur noch online erhalten und den Vertrag digital verwalten möchten. So sparen Sie nicht nur Geld, sondern verringern auch den Papierverbrauch.
Checkliste: Auf was sollte ich bei Wahl einer Wohnmobilversicherung achten?
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Ist die Deckungssumme ausreichend hoch?
Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die Sie anderen zufügen. Gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungen reichen in schweren Fällen oft nicht aus.
Darauf sollten Sie achten:
- mindestens 100 Mio. € pauschale Deckungssumme
- mindestens 15 Mio. € je geschädigter Person
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Welche Schäden sind in der Kasko wirklich abgedeckt?
Nicht jede Teil- oder Vollkasko bietet den gleichen Schutz – gerade bei Campingfahrzeugen gibt es Unterschiede. Achten Sie besonders auf:
- Diebstahl und Einbruch
- Sturm, Hagel und Überschwemmung
- Glasbruch
- Tierbiss und Folgeschäden
- Schäden durch Reifenplatzer oder auf Fähren
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Gibt es einen Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit?
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann schnell passieren – und teuer werden.
Achten Sie darauf, dass der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet.
Das bedeutet: Auch bei einem Fahrfehler (z. B. Vorfahrt übersehen) wird die Leistung nicht gekürzt. Ausnahme: Alkohol oder Drogen bleiben ausgeschlossen.
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Wie lange gilt die Neuwertentschädigung?
Sie fahren ein neues oder neuwertiges Fahrzeug? Dann sollten Sie beim Versicherungsvergleich besonders auf die Neuwertentschädigung achten.
Was viele nicht wissen: Wird Ihr Auto gestohlen oder erleidet einen Totalschaden, ersetzt die Vollkaskoversicherung bei vielen Tarifen nur den Zeitwert. Und der ist – gerade im ersten Jahr – deutlich niedriger als der ursprüngliche Kaufpreis.
Deshalb wichtig beim Vergleich: Suchen Sie gezielt nach Tarifen mit einer Neuwertentschädigung von 12, 18 oder sogar 24 Monaten – das bedeutet: Sie bekommen im Schadenfall den Kaufpreis zurück, nicht nur den Restwert. Die Kfz-Versicherung der Alte Leipziger bietet je nach Tarif eine Neuwertentschädigung bis 36 Monate an.
Warum ist das Fahren mit Wohnmobil oder Wohnwagen anspruchsvoller als gedacht?
Wohnmobile haben ein anderes Fahrverhalten als Pkw – mit längerem Bremsweg, höherem Schwerpunkt und stärkerer Windanfälligkeit. Typische Risiken sind Überladung, falsche Beladung und ungesicherte Gegenstände.
Überladung
Viele Fahrzeuge sind zu schwer unterwegs. Im Kfz-Schein kann man am zulässigen Gesamtgewicht erkennen, wie schwer das Fahrzeug inklusive Beladung, Fahrer und Mitreisenden sein darf. Zieht man das Leergewicht des Reisemobils davon ab, weiß man, was an Zuladung erlaubt ist – allerdings ist bei der Zuladung auch das Füllgewicht des Wassertanks und des Kraftstofftanks mit zu berücksichtigen. Wer sichergehen will, dass das Kfz nicht überladen ist, kann sein beladenes Fahrzeug auch bei einer Prüforganisation wie TÜV oder Dekra gegen eine kleine Kostenpauschale von ein paar Euro wiegen lassen.
Falsche Beladung
Damit die Fahreigenschaften des Wohnmobils nicht durch das Gepäck negativ beeinflusst werden, gilt es, die Ladung gleichmäßig auf die gesamte Fahrzeugfläche zu verteilen. Schwere Lasten sollten möglichst weit nach unten verstaut werden, damit der Schwerpunkt des Fahrzeugs möglichst tief liegt.
Ungesicherte Gegenstände
Grundsätzlich sollte vor der Fahrt das Reisegepäck so verstaut sein, dass es bei einer Vollbremsung oder einem Auffahrunfall nicht zum Wurfgeschoss werden kann, da anderenfalls eine hohe Verletzungsgefahr für die Wohnmobilinsassen besteht.
Anschnallpflicht
Wohnmobilinsassen, die hinten im Fahrzeug sitzen, müssen sich wie der Fahrer und Beifahrer ebenfalls angurten. Auch ein Hund sollte sich auf keinen Fall frei im Wohnmobil bewegen können, sondern mit einer fixierten Tiertransportbox oder einem speziellen Gurt für Hunde gesichert werden.
Was ist der Unterschied einer Wohnmobilversicherung zur Campingversicherung?
Die sogenannte Campingversicherung wirkt auf den ersten Blick passend, ist aber oft nicht die richtige Wahl. Gemeint ist meist eine Campingkaskoversicherung, die sich vor allem an Dauercamper richtet. Sie ist darauf ausgelegt, dauerhaft abgestellte Fahrzeuge und fest gelagerte Ausrüstung auf dem Stell- oder Campingplatz abzusichern. Für Reisende, die ihr Wohnmobil nur zeitweise nutzen und Gegenstände nur während der Reise mitführen, ist dieser Schutz in der Regel weniger geeignet.
Tipp: Auslandsreisekrankenversicherung nicht vergessen
Bei Reisen ins Ausland sollten Sie auch an Ihre eigene Absicherung denken. Eine Auslandskrankenversicherung schützt vor hohen Kosten und ist eine sinnvolle Ergänzung für Ihren Campingurlaub im Ausland.
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