Gesundheit

Mann in Gedanken
2. Dezember 2023

Einsamkeit: Die unterschätzte Gefahr für die Gesundheit

Stress und psychische Belastungen wirken sich auf die körperliche Gesundheit aus, wie Studien immer wieder zeigen. Auch Einsamkeit kann auf Dauer krank machen. Doch wann spricht man von Einsamkeit – und wann wird es bedenklich für die Gesundheit?

  • Text : Marketing der ALH Gruppe
  • Lesedauer : 2 Minuten

Das Gefühl von Einsamkeit kennt wohl jeder Mensch. Dabei ist Alleinsein nicht immer mit Einsamkeit gleichzusetzen. Einige Menschen genießen Phasen des Rückzugs und der Isolation, ohne sich dabei einsam zu fühlen. Und zugleich können sich Menschen mit einem großen Freundes- und Bekanntenkreis, Partner und Familie trotzdem einsam fühlen.

Einsamkeit definiert sich also sowohl durch fehlende soziale Kontakte als auch die Qualität der Kontakte. Wer sich in seinen Beziehungen nicht zufrieden und emotional nicht nah fühlt, kann sich laut Experten auch einsam fühlen.

Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Gesundheit: Von Einsamkeit Betroffene haben ein um mindestens 30 Prozent erhöhtes Risiko für vorzeitige Sterblichkeit. Dabei ist der Einfluss sozialer Beziehungen auf die Sterblichkeit sogar vergleichbar mit bekannten Risikofaktoren wie Bewegungsmangel oder Fettleibigkeit, Alkohol- oder Tabakkonsum.

Das Puzzle der Krankheitsentstehung

Im Vergleich zu den anderen Risikofaktoren weiß man über die Wirkungsweise von Einsamkeit auf die Krankheitsentstehung jedoch noch wenig. Bekannt ist aber, dass diese Risikofaktoren oft miteinander einhergehen – Forschenden zufolge beeinflussen soziale Beziehungen die Gesundheit über Verhaltensweisen, psychologische und physiologische Mechanismen. So begünstigt Einsamkeit eine ungesunde Lebensweise: Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit wenigen Kontakten öfter körperlich inaktiv sind und häufiger rauchen.

Physiologisch, also die Funktionen und Abläufe im Körper betreffend, bedeutet Einsamkeit meist eine dauerhafte Stresssituation. Durch die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen kann es beispielsweise zu Bluthochdruck und Entzündungen in den Gefäßen kommen, die eine Arteriosklerose nach sich ziehen können.

Des Weiteren gehen Forschende davon aus, dass die Stressreaktion sich begünstigend auf die Entstehung von Typ-2-Diabetes auswirkt. In einer Studie mit rund 24.000 Teilnehmenden hatten die Personen mit dem stärksten Einsamkeitsgefühl ein zweifaches Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Einsamkeit schadet dem Herzen doppelt

Wer nur über wenige oder keine guten Beziehungen zu anderen Menschen verfügt, hat laut einer Metaanalyse ein rund 30 Prozent höheres Risiko, einen Schlaganfall oder eine koronare Herzerkrankung zu erleiden. Einsamkeit schadet dem Herzen damit doppelt – körperlich und seelisch. Zudem erholten sich einsame Menschen nach einem Schlaganfall meist schlechter.

30 %

Risiko erhöht

für Schlaganfall oder Herzerkrankung

Gerade die Lockdowns während der Coronapandemie haben vielen Menschen zugesetzt. Ob Homeoffice, Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen, Unterricht oder Uni allein zu Hause: Alle Altersgruppen waren betroffen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie weist darauf hin, dass das Gefühl der Einsamkeit in dieser Zeit im Schnitt um fünf Prozent stieg. Besonders stark litten Singles im Studium. Dies führte bei dieser Gruppe häufiger zu Ängstlichkeit, Depressionen und auch körperlichen Beschwerden.

Expertinnen und Experten empfehlen, mit dem Hausarzt oder der Hausärztin über Einsamkeit zu sprechen. Um diesen Gefühlen zu entgehen und seiner Herzgesundheit auf die Sprünge zu helfen, raten Medizinerinnen und Mediziner dazu, gemeinsam mit anderen Sport zu treiben, etwa in den Herzsport-Gruppen der Deutschen Herzstiftung.  Bewegung wirkt zudem wie ein Antidepressivum! Nehmen Sie es also nicht auf die leichte Schulter, wenn Sie sich einsam fühlen, sprechen Sie mit einem Arzt oder einer Ärztin und suchen Sie sich Beschäftigungen, um neue Kontakte zu schließen.

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