Gesundheit

Flugzeug über Stadt
25. Mai 2022

Der unerwünschte Schall

Momente absoluter Stille sind in unserem Alltag die große Ausnahme. Permanent sind wir von einem gewissen Geräuschpegel umgeben, den man aber ausblenden kann solange er nicht überhand nimmt. Was aber, wenn genau das ständig passiert? Oder die individuelle Toleranzschwelle gegenüber Geräuschen deutlich niedriger liegt als bei vielen anderen?

  • Text : Marketing der ALH Gruppe
  • Lesedauer : 2 Minuten

Wenn es zu laut wird, leiden wir alle – und vor allem auch unsere Gesundheit! Als Risikofaktor für Herz, Hirn und Kreislauf kann Lärm uns tatsächlich krank machen. Und das selbst wenn er von uns noch gar nicht als störend wahrgenommen wird.

Auch wenn das so mancher meint: An Lärm kann man sich nicht gewöhnen.

Professor Stefan Kääb – Leitender Oberarzt am Klinikum der Universität München

Wo und wie aber entsteht der Lärm, der uns belästigt und im schlimmsten Fall sogar krank macht? Bei einer Umfrage des Umweltbundesamtes zeigte sich, dass sich rund 50 Prozent der Menschen in ihrem Wohnumfeld von Straßenverkehrslärm gestört fühlen.

Im Hinblick auf den Schienenverkehr traf das bei fast jedem Dritten zu, beim Fluglärm bei etwas mehr als einem Fünftel der Bevölkerung. Darüber hinaus sind laut dem Helmholtz Zentrum München etwa fünf Millionen Arbeitnehmer in Deutschland gehörgefährdendem Lärm an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt.

Frau hält sich die Augen zu

Aus Lärm wird Stress

Die Freiburger Diplom-Psychologin und Stress-Expertin Bettina Engemann hat sich intensiv mit Lärm als Stressfaktor beschäftigt und beschreibt seine Auswirkungen auf unsere Seele als durchaus komplexes Phänomen: „Vor allem ungewohnter oder dauerhaft lauter Lärm ärgert und nervt uns, macht uns wütend und aggressiv.

Oder wir fühlen uns ihm hilflos ausgeliefert und ohnmächtig, schieben Frust und Resignation.“ Das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Wer sich über Lärm ärgert oder nervös wird, schadet seiner Gesundheit.

Es kommt zur vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen, der Blutdruck kann steigen.

Besser mit Lärm umgehen

Nicht immer haben wir die Möglichkeit einer Geräuschkulisse die uns stresst zu entkommen. In diesem Fall können aber psychologische Strategien helfen, besser mit der gegenwärtigen Situation umzugehen. So sorgt beispielsweise der sogenannte Neubewertungs-Trick (auch als Reframing bekannt) dafür, dass wir entspannter mit Lärm umgehen können, indem wir ihn gedanklich neu bewerten und den Geräuschen einen positiven Sinn verleihen.

Stressabbau Infografik

Eine andere Vorgehensweise ist das selektive Hören bei dem Störgeräusche ausgeblendet und angenehme Geräusche stärker wahrgenommen werden.

Eine Wahrnehmung, die man trainieren kann: Einfach gleichzeitig Fernseher und Radio laut einschalten und sich volle 30 Sekunden lang nur auf den TV-Ton konzentrieren, um dann den Fokus für weitere 30 Sekunden ausschließlich auf den Radioton zu legen.

Schon nach ein paar Minuten täglicher Übung lernt man, angenehme Töne stärker zu hören. Klingt gut, oder?

Facebook share Twitter share E-mail share Xing share Linked IN Whatsapp share SMS share

Mehr zum Thema

Green background

Auch interessant

Gesundheit

Zecken: Immer mehr FSME-Risikogebiete

Wer in der freien Natur unterwegs ist, sollte wissen, wie er sich vor einem Zeckenbiss schützen kann, denn die Krankheiten wie Borreliose oder...

Weiterlesen

Gesundheit

Junge am Strand

Erhöhte Badeunfall­gefahr als Folge der Corona-Pandemie

Über 60 Prozent aller Bürger, die ertrunken sind, starben zwischen Juni und August, wie aus der aktuellen Ertrinkungsstatistik der Deutschen...

Weiterlesen

Gesundheit

Vintage Reisekoffer

Diese Medikamente gehören ins Reisegepäck

Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, für den ist es eine Selbstverständlichkeit, dass er diese auch mit in den Urlaub nimmt. Doch auch für...

Weiterlesen