Gesundheit

Erschöpfte Mutter mit Baby
2. November 2023

Babyblues oder Depression?

Die Geburt ihres Kindes verbinden die meisten Mütter mit viel Glück und Freude. Und doch erleben viele gerade in den ersten Tagen oder Wochen nach der Entbindung ein Stimmungstief, fühlen sich traurig, ängstlich oder gereizt. Steckt ein normaler Babyblues oder eine ernsthafte Erkrankung dahinter?

  • Text : Marketing der ALH Gruppe
  • Lesedauer : 2 Minuten

Bei drei von vier Müttern tritt typischerweise in den ersten drei bis fünf Tagen nach der Entbindung der sogenannte Babyblues auf, eine leichte Form der depressiven Verstimmung. Man bezeichnet die Phase auch als postnatales Stimmungstief oder als Heultage.

Denn Weinen und Glücklichsein wechseln sich ab, scheinbar unnötige Traurigkeit mischt sich zwischen die große Freude über den Nachwuchs. Manche Frauen sind ruhelos oder schlafen schlecht.

Solch gravierende Lebensveränderungen wie eine Geburt machen uns empfindlicher für Gefühlsschwankungen. Bei den frischgebackenen Müttern kommen noch die rasche Hormonumstellung nach der Entbindung und häufig auch Schlafmangel hinzu.

Meistens klingt der Babyblues aber nach zehn bis vierzehn Tagen von selbst wieder ab, wenn sich der Hormonspiegel beruhigt und sich ein entspannter Umgang mit dem neuen Lebensrhythmus einstellt.

Babyblues auch bei Vätern?

Auch die Väter können nach der Geburt ihres Kindes in ein Stimmungstief gelangen. Es kommt zu Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Reizbarkeit oder Schlafstörungen. Mögliche Gründe sind Verunsicherung, Überforderung, Schlafmangel oder auch Eifersucht auf die große Aufmerksamkeit, die Mütter ihren neugeborenen Kindern schenken.

Manche Männer müssen auch die Geburt selbst erst psychisch verarbeiten. Häufig entwickelt sich eine depressive Verstimmung bei Vätern eher schleichend und erst nach einigen Tagen oder Wochen. Bei Müttern zeigt sich der Babyblues dagegen meist abrupt.

Depressionen nach der Geburt

Dauert die depressive Verstimmung deutlich länger an, kann eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken. Man spricht dabei von einer postnatalen Depression. Laut Untersuchungen sind etwa fünfzehn Prozent der frisch entbundenen Mütter davon betroffen. Die postnatale Depression kann im gesamten ersten Jahr nach der Geburt auftreten und mehrere Monate oder auch Jahre anhalten.

15 %

Postnatale Depression

sind betroffen

Oft beginnt sie schleichend in den ersten zwei bis drei Monaten nach der Geburt oder auch bereits in der Schwangerschaft. Betroffene Frauen fühlen sich meist schuldig oder haben Angst um das Baby.

Viele sind besonders traurig und emotional labil, zweifeln an ihren Fähigkeiten als Mutter oder verspüren eine Gefühllosigkeit gegenüber ihrem Kind. Manche leiden sogar unter Zwangsgedanken, sich oder dem Kind schaden zu wollen.

Hilfe für die Psyche

Wer unter einem Babyblues leidet, sollte die Unterstützung des Partners oder der Partnerin, anderer Familienangehöriger oder Freunde annehmen. Eventuell ist es auch ratsam, Unterstützung durch eine Haushaltshilfe zu organisieren.

Wichtig ist, sich regelmäßig mit der persönlichen Nachsorgehebamme zu treffen und auszutauschen. Besteht der Verdacht auf eine postnatale Depression, ist die Hebamme ebenfalls meistens die erste Ansprechpartnerin.

Auch Schwangeren- oder Familienberatungsstellen können möglicherweise die Symptome beurteilen. Wenn die Depression nur leicht ausgeprägt ist, empfiehlt sich häufig eine Psychotherapie. Je nach Schweregrad kann es aber nötig sein, antidepressive Medikamente einzunehmen.

Behandlung ist wichtig

Die frühzeitige Behandlung einer postnatalen Depression ist besonders wichtig. Viele Betroffene erleben ihre Muttergefühle als zu schwach oder nicht vorhanden, was wiederum Schuld- und Versagensgefühle sowie ein Empfinden von Wertlosigkeit und Leere zur Folge hat.

Manche Frauen überlegen sogar, ihr Kind zur Adoption freizugeben oder entwickeln Zwangsgedanken, sich oder dem Kind etwas anzutun. Unbehandelt wird die Mutter-Kind-Bindung deutlich gestört, das Risiko eines chronischen Krankheitsverlaufs steigt und es kann zu Entwicklungsstörungen beim Kind oder sogar zur Gefahr für Leib und Leben kommen.

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